Jakobsweg – Tag 1 – Es geht los in Thun

Jakobsweg – Tag 1 – Es geht los in Thun

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Abschied

Ich habe die letzte Nacht in einem Hotel in der Nähe des Augsburger Bahnhofs verbracht.geschlafen habe ich nicht so gut, da ich Menschen zurücklasse und nicht weiß wann und ob wir uns wiedersehen. Meine Oma ist zwei Tag vor meiner Abreise gestürzt und musste operiert werden und obwohl alles gut gelaufen ist und es ihr gut geht habe ich doch ein schlechtes Gewissen. Es gäbe so viele Gründe zu bleiben und doch gehe ich, weil ich weiß, ich würde es bis and Ende meines Lebens bereuen. Ich bin bereit alles für diesen Traum zu tun, zu 100%. Ich bin mit dem Zug von Augsburg nach Thun gefahren und schon im Zug kam die Entspannung zurück, die ich von meiner letzten Pilgerreise kannte.

Thun und Tränen

Als ich in Thun ankam hatte ich Tränen in den Augen. Ich bin wirklich da! Trotz aller Widrigkeiten und Probleme. Zunächst kümmere ich mich darum ein neues Trinksystem zu bekommen und schicke das alte samt Reiseführer für die Schweiz, den ich vorher abfotografiert habe, nach Hause, um Gewicht zu sparen. Klappt alles wunderbar und die Kreditkarte funktioniert auch. Puh!

Dann kaufe ich mir im Coop was zu essen und setzt mich an die Aare. Auf einmal packt es mich und ich weiß warum ich das tue. Es ist einfach zu gut den ganzen Tag draußen zu sein und etwas Neues zu entdecken.

Los geht’s

Beschwingt und voller Tatendrang ziehe ich los an der Aare entlang und lasse Thun hinter mir. Es ist gut endlich wieder zu laufen und so frei zu sein. Alles was ich brauche trage ich in einem Rucksack auf meinem Rücken. Meine erste Etappe führt mich entlang dem See zur Scherzlinger Kirche. Sie ist eine der ältesten am See und ich hole mir dort meinen ersten Stempel im Pilgerpass. Ich halte kurz inne und weiß, ich habe alles richtig gemacht und alles ist gut.

So laufe ich weiter zu einem Bekannten, der mir ein Quartier für die Nacht bietet und so wird der Übergang leicht. Zusammen fahren wir mit dem Auto um den See und ich zeige ihm wo ich vor zwei Jahren überall geschlafen, eingekauft und gebadet habe. Ich erinnere mich so genau, weil es eine so intensive Zeit war und ich diese kostbaren Momente in mich aufgesogen habe wie ein Schwamm.

An diesem Abend bin ich müde, aber glücklich und schlafe sofort ein.

 

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